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John Logan Die Unschuld der Raubvögel |
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Zwei junge, hochintellektuelle Studenten aus schwerreichen Familien ermorden im Sommer 1924 den 14-jährigen Bobby Franks in einem Vorort von Chicago. Sie tun dies ohne ersichtlichen Grund mit brutaler Eiseskälte und im unerschütterlichen Glauben an ihre Überlegenheit. Nathan Leopold, flatterhafter, schüchterner Ornithologe, und den katzenhaften Richard Loeb verbindet zusätzlich eine homoerotische Liebesbeziehung, die von gegenseitigen Abhängigkeiten dominiert wird. Die Öffentlichkeit ist schockiert und fassungslos, als die jugendlichen Mörder des Verbrechens überführt werden. Im Blitzlichtgewitter der Medien blühen die beiden auf. Ihr bestialisches Tun hat auf ihre Psyche scheinbar keinen Einfluss genommen, und die Hexenjagd beginnt. Der berühmte Anwalt Clarence Darrow kämpft gegen die Barbarei der Todesstrafe und gegen seinen juristischen Widersacher, den Staatsanwalt Robert Crowe. Aus einem der berühmtesten Fälle der amerikanischen Rechtsgeschichte hat John Logan durch eine moderne filmschnittartige Dramaturgie ein spannendes Theaterstück voll psychologischer Dichte gemacht. Die Unerklärbarkeit dieser unfassbaren Tat hat etwas faszinierend Schauderhaftes. Die Erklärung kann in unserer heutigen Gesellschaft gesucht und gefunden werden sind doch die zwanziger Jahre auf vielen Ebenen mit unserer Zeit verwandt.
John Logan Geboren in den USA, lebt in Evanston, Illinois Verfilmungen des Stoffes
Richard A. Loeb Richard Albert Loeb wurde am 11. Juni 1905 als dritter von vier Söhnen des Vizepräsidenten eines großen Unternehmens geboren. Der Stellung des Vaters entsprechend, wuchs er in einem vornehmen Viertel Chicagos, in unmittelbarer Nähe der Familie Leopold, auf. Schon als kleines Kind kam Loeb in die Obhut eines Kindermädchens: Mrs. Struthers war eine jüdisch-orthodoxe, disziplinorientierte äußerst strenge Gouvernante, die seinen Kontakt zu gleichaltrigen Jungen unterband und seine Jugend nachhaltig prägte. Seine einzige Rückzugsmöglichkeit bestand in der Lektüre verbotener Detektiv- und Kriminalgeschichten. Loeb war überdurchschnittlich intelligent wenn auch nicht ganz so genial wie Leopold und beendete mit 17 Jahren als jüngster Absolvent die Universität von Chicago. Von einigen Mitschülern als liebenswert und beliebt beschrieben, hielten ihn andere für unreif, kindisch und verquert. Schon vor dem Mord gab es Anzeichen, dass Loebs Leben aus den Fugen geraten war. Als «Schatten» verfolgte er mit neun Jahren wildfremde Menschen auf der Straße, entwickelte Fantasien, die sein Leben immer mehr bestimmten und verübte Diebstähle. Bereits mit 15 war er ein schwerer Trinker. Auf der Universität fand er in Leopold einen kongenialen Partner für seine kriminellen Fantasien. Beide aus derselben Gegend, beide jüdischer Herkunft, beide überdurchschnittlich intelligent, ergänzten sie einander in tödlicher Weise. Grund ihrer tiefen Bindung war unter anderem Leopolds tatsächliche und Loebs latente Homosexualität, die sich in einem Pakt zeigen sollte.
Nathan Leopold Jr. «Eine intellektuelle Maschine außer Kontrolle», mit diesen Worten beschrieb Clarence Darrow den jungen Nathan Freudenthal Leopold Jr., der am 11. November 1904 in Chicago, als Jüngster von drei Söhnen einer reichen, jüdisch-deutschen Familie, geboren wurde. Nathans Vater war Millionär, Nathan wurde von Kindermädchen großgezogen und lernte durch sie verschiedene Sprachen und Religionen kennen. Eines der Kindermädchen, Mathilda Wantz sie sprach nur Deutsch mit ihm badete gemeinsam mit Nathan und seinem Cousin in der Wanne. Gutes Benehmen wurde mit körperlicher Zuwendung «belohnt».
Der Mord an Robert Franks Am 21. Mai 1924 um 11 Uhr traf Nathan Leopold Richard Loeb nach einer Vorlesung an der Universität. Gemeinsam fuhren sie in Nathans rotem Willys Knight zu einem Autoverleih. Sie entlehnten ein Auto und brachten Nathans Wagen nach Hause. Dort verfrachteten sie den Inhalt aus Nathans Wagen in den gemieteten Wagen, inklusive ein Paar Gummistiefel, einige Knebel, Salzsäure, Äther, ein Seil und einen Meißel. Nathan Leopold bat seinen Chauffeur Sven Englung, die Bremsen seines Wagens zu überprüfen. Danach fuhren die beiden mit dem gemieteten Wagen los. Außer dem Meißel, den sie als Waffe benutzen wollten, waren beide mit einer 38er und einer 45er bewaffnet. Sie warteten bei der Harvard School auf ihr Opfer, welches Jonny Levison sein sollte, doch als um 17.00 ein Junge namens Bobby Franks als erster das Baseball-Spiel verließ, zögerten Loeb und Leopold nicht lange. Richard Loeb kannte Bobby und lockte ihn in den Wagen. Bobby Franks nahm neben Nathan am Beifahrersitz Platz.
Todesstrafe für Jugendliche Die Vereinigten Staaten von Amerika richten als einziger westlicher demokratischer Staat Jugendliche hin. Im letzten Jahrzehnt haben weltweit nur fünf andere Staaten Hinrichtungen an Jugendlichen vollzogen: Iran, Nigeria, Pakistan, Saudi Arabien und Jemen. Artikel 6 (5) des Internationalen Paktes über bürgerliche und politische Rechte: Artikel 4 (5) der Amerikanische Menschenrechtskonvention: «Die Todesstrafe darf nicht gegen Personen verhängt werden, die zur Zeit der Begehung des Verbrechens unter 18 oder über 70 Jahre alt waren; auch darf sie nicht bei Schwangeren angewandt werden.»
Friedrich Nietzsche Also sprach Zarathustra Ich lehre euch den Übermenschen. Der Mensch ist Etwas, das überwunden werden soll. Was habt ihr gethan, ihn zu überwinden? |
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